

Anmerkung: Alle opertiven Bilder und Videos stammen aus unseren Operationen. Zur Dokumentation sind wir in der Lage alle Operationen digital aufzuzeichnen.
Da Femur (Oberschenkelknochen) und Tibia (Schienbein) nur wenig Kontakt zueinander haben hat sich die Natur ein besonderes System ausgedacht, um die Belastung für den Knorpel zu verringern.
Zwischen den Gleitflächen von Ober- und Unterschenkel befindet sich auf der inneren und äusseren Kniehälfte jeweils ein Meniskus.
Dieser "Puffer" besteht aus Faserknorpel und hat neben der Stoßdämpferfunktion noch einige andere sehr wichtige Funktionen für das Kniegelenk.

Der Meniskus führt zu einer Vergrößerung der Auflagefläche von Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf.
Die einwirkende Last wird so über eine größere Fläche verteilt, was zur Schonung der Knorpeloberflächen beiträgt. Nach Meniskusentfernung steigt die Belastung im Knie um das 2,5 bis 6 fache!
Der Meniskus besteht aus Faserknorpel, welcher ihm eine besondere Festigkeit, insbesondere auf Zug, gibt.
Der Meniskus ist nicht vollständig fixiert im Kniegelnk sondern gleitet bei jeder Bewegung im Kniegelenk auf dem Schienbeinkopf hin und her.
Der Meniskus ist wichtig für die Schockabsorption im Kniegelenk. Eine weitere wichtige Funktion hat der Meniskus bei der Ernährung des Gelenkknorpels. Wie ein Scheibenwicher verteilt der Miniskus bei jeder Bewegung im Knie die Gelenkschmiere über den Knorpelflächen. Dies setzt die Reibung herab.
Neben den Bändern am Knie sind auch intakte Menisken wichtig für die Stabilität des Kniegelenkes.
Bei diesen wichtigen Funktionen ist es nicht verwunderlich, dass der Meniskus extrem wichtig für das Kniegelenk ist. Experimentelle Studien von Fairbank in England zeigten bereits 1948 , dass ein Knie ohne Meniskus einem erheblichen vorzeitigem Verschleiß unterliegt. Fairbank konnte mit seinen Studien auch zeigen, dass dieser vorzeitige Verschleiß umso schneller verläuft, je mehr Meniskusgewebe verloren gegangen ist.
Unverständlich warum in Deutschland bis in die 80er Jahre der Meniskus geradezu als Übel angesehen wurde und leichtfertig fast immer vollständig entfernt wurde.

Das Knie gehört zu den Gelenken, welche im Alltag und beim Sport häufig verletzt werden. Nicht selten ist der Meniskus von dieser Veltzung betroffen. ursache sind oft kraftvolle Drehbewegungen im Kniegelenk, welche dazu führen, daß der Meniskus zwischen Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf eingeklemmt wird.
Häufiger als der traumatische Meniskusriss ist jedoch der degenerative Meniskusriss. Im Laufe des Lebens kommt es zum Verschleiß von Gelenkknorpel und von Meniskusgewebe. Man spricht von der Meniskusdegeneration. Nun reicht eine kleine Fehlbewegung um den schon vorgeschädigten Meniskus zu zerreissen.
Der Meniskus auf der Innenseite des Kniegelenks ist 3x häufiger von einem Riss betroffen als der Meniskus auf der Außenseite des Kniegelenks.

Arthroskopischens Bild bei einem Meniskusriss. Deutlich zu sehen ist der Tasthaken der ein großes abgerissenes Teil Meniskus nach vorne ziehen kann. Dieses Teil kann im Gelenk einklemmen und zu Schmerzen führen.
Besser noch ist dies auf der kleinen Video-demonstration zu sehen. Der hintere Anteil des Innenmeniskus ist gerissen. Ein Tasthaken kann in den Meniskus eindringen und ein Teil nach vorne ziehen. Der Meniskus ist instabil und kann einklemmen.
Die Spitze des Tasthaken ist etwa 0,5 cm lang.
Video:
Meniskusriss: Mittlere Auflösung (Dateigröße ca. 1MB)
Meniskusriss: Hohe Auflösung, bei schneller Internetverbindung (ca. 2,5MB)

Die Abbildung links zeigt verschiedene Rissformen des Meniskus. Auf der Abbildung oben ist z.B. ein Lappenriß. Unser kleines Video zeigt einen Verschleißbedingten Korbhenkelriss.
Ein Meniskusriss äußert sich meist durch Schmerz innen oder außenseitig am Kniegelenk. Verstärkt wird der Schmerz häufig durch Drehbewegungen des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel, Druck auf den Gelenkspalt oder aber Belastung bei längerem Laufen und Treppensteigen.
Typisch ist auch eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Kniegelenk, die sogenannte Blockierung.
Hier kommt es zum Einklemmen von Meniskusanteilen zwischen Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf, so daß das Kniegelenk nicht vollständig durchbewegt werden kann.
Bei akuten Verletzungen ist häufig ein Erguss (Flüssigkeit im Kniegelenk) vorhanden, welcher sich in einer Schwellung des Kniegelenks äußert.
Neben der klinischen Untersuchung wird heute häufig eine Kernspintomographie des Kniegelenks angefertigt. Diese Untersuchung erfolgt mittels einem Magnetfeld und führt nicht zur Belastung mit Röntgenstrahlung.


Rechts ein großer Riss des Meniskus. Erkennbar an der Aufhellung in dem sonst schwarz abgebildetem Meniskus.
Markiert mit weißen Pfeilen.
Aufgrund der wichtigen Funktion des Meniskus für das Kniegelenk und den bekannten Folgen bei Meniskusverlust sollte versucht werden bei jeder Therapie soviel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten.
Falls möglich wird versucht den gerissenen Meniskus wieder zu nähen. Hierzu bietet die Industrie mittlerweile verschiedene Hilfsmittel an. So stehen neben gewöhnlichen Nadeln mit Faden auch resorbierbare Pfeile oder Klammern zu verfügung mit denen der Meniskus wie Papier "zusammengetackert" werden kann.
Auf der folgenden Bilderserie sehen Sie eine Meniskusnaht mit einem Meniskus-Arrow, einem selbstauflösenden Pfeil der Fa. Arthrex.



Abbildung rechts:
Nachfolgend wird ein spezielles Setzinstrument auf den Meniskus aufgesetzt. Die resorbierbaren Pfeile die den Meniskus zusammen tackern werden ins den Meniskus geschossen. Resorbierbar bedeutet, dass die Pfeile vom Körper im Laufe der Zeit selbst aufgelöst werden, nachdem der Riss geheilt ist.



Nach einbringen der Darts (Fa. Arthrex) verschwinden diese vollständig im Meniskus und fixieren über ihreWiderhaken den Riß. Mit dem Tasthaken wird abschließend geprüft ob der Riß gut fixiert ist und sich keine losen Meniskusanteile mehr in das Gelenk ziehen lassen. Des Weiteren wird überprüft ob der Dart vollständig im Meniskus sitzt um Knorpelschäden auszuschließen.
Leider können nicht alle Meniskusrisse genäht werden. Da der Meniskus nur in seinem basisnahem Randbereich durchblutet wird, kann ein Riss auch nur in diesem Bereich wirklich heilen. Risse die in anderen Bereichen liegen oder ein in viele Teile zerissener Meniskus können nicht genäht werden.
Der zerstörte Meniskusanteil muss dann herausgenommen werden um die Schmerzen im Gelenk zu reduzieren und eine weitere Schädigung des Knieglenkes zu verhinden.
Die Kunst bei dieser Operation liegt darin, so wenig Meniskus wie möglich und soviel wie gerade nötig, zu entfernen. Diese Beurteilung differnzierte Beurteilung bedarf einer großen Erfahrung.
